Schönbär: ein tagaktiver Spinner

„Einen Bären hab ich mir immer ganz anders vorgestellt…!“, sagte die Dame mit der ich spazieren ging. Dieser Bär hier ist klein, passt auf Blätter, ist bunt und hat Flügel.

An den Flügeln kann du erkennen, dass er zu den Spinnern gehört. Schmetterlinge werden in Gruppen eingeteilt: Eulen, Motten, Spinner, Spanner, Schwärmer und davon wiederum Nacht- und Tagfalter. Wobei manche Nachtfalter auch tagaktiv sind und zu denen gehört dieser Bärenspinner.
Der Schönbär heißt so, weil er als Raupe sehr haarig ist und bärig aussieht. Als ausgewachsener Nachtfalter ist er ziemlich bunt und auffällig. Das verstärkt sich, wenn er die oberen Flügel spreizt. Denn darunter leuchtet er rot-schwarz. Das bedeutet für Freßfeinde, dass er ungenießbar ist. Die untere, rote Färbung blitzt auf dem Foto leicht durch.

Diese Pflanzen braucht der Schönbär

Die Weibchen legen ihre Eier an Taub- und Brennesseln, Himbeerblättern und Hahnenfuß ab. Die Raupen schlüpfen meistens im August und sind auf feuchte und lichte Wälder angewiesen. Sie überwintern in der Laubschicht und verpuppen sich im darauf folgenden Jahr in der Humus- und Krautschicht. Im Juni und Juli saugen die Bärenspinner Nektar aus Großer Brennessel, Wasserdost, Disteln und anderen Wiesenblüten.

Der Schönbär ist selten, …

… weil sein Lebensraum stetig verkleinert wurde. Feuchte, lichte Wälder waren in der Forstwirtschaft seit Jahrhunderten nicht erwünscht. So langsam ändert sich das allerdings. Denn auch die Forste müssen an den Klimawandel angepasst werden. Aber auch Raine an Feldern und Uferpflanzen an Bächen, wie Mädesüß, Blutweiderich oder Wasserdost, werden oft zu häufig gemäht. Dabei wachsen hier viele Futterpflanzen für Raupen und ausgewachsene Schmetterlinge.


Silke Bicker

Moin, moin! Mein Name ist Silke Bicker. Als Autorin für Umweltkommunikation arbeite ich interdisziplinär. Ich schreibe Sachtexte und Sachgeschichten für erwachsene Laien und Kinder zu Umwelt- und Naturthemen. 💚 💙

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