Was tun, wenn man wissensdurstige Kinder zu Hause hat? Die sich für Natur, Tiere, Pilze oder eigentlich alles da draußen interessieren? Die neugierig sind – aber den Eltern selbst so langsam nichts mehr einfällt, wie man mit ihnen Naturphänomen erkunden könnte. Es gibt unterschiedlichste Möglichkeiten in Erholungsgebieten, an Flüssen oder Seen oder in der Nähe von Grün- oder Ackerland oder Wald/Wäldchen Neues zu entdecken. Oder auch, nicht mehr ganz so Neues zu vertiefen. Als Beispiel nehme ich heranwachsende Ornithologen, also Vogelkundige. Da gibt es, je nachdem, wo ihr wohnt, unterschiedliche Möglichkeiten:

Wasser- und Watvögel, Singvögel, tag- oder nachtaktive, Rabenvögel zum Beispiel.

Jede Vogelart ist anders:

  • Das betrifft ihr Verhalten,
  • die Art, wie sie fliegen,
  • vor wem und wann sie warnen,
  • ihren Gesang und ihre Rufe,
  • ob sie unterschiedliche Laute zum Warnen haben,
  • wie viel menschliche Nähe sie zulassen,
  • wie sie aussehen,
  • wie sich Henne und Hahn unterscheiden,
  • wie sie trinken,
  • was sie fressen,
  • wo sie sich aufhalten
  • wie sie nisten und
  • wie ihre Nester aussehen…

Angehende Forschende gehen an so eine Aufgabe in kleinen Schritten heran. Das können Kinder auch! Gerade an einer Sache sehr interessierte Kinder entwickeln sich oft zu Experten zu einem bestimmten, kleinteiligen Thema. Und das könnt ihr ganz einfach fördern:

Vogelkundig werden – darauf kommt es an

Echte Naturphänomene erleben, so, wie die echten Forscher? Ja, das klappt. Wenn die Kinder Geduld mitbringen oder lernen und aus dem Sammeln ins Beobachten kommen.  Das wird nicht immer klappen oder mal nicht lange genug! Das ist aber nicht tragisch. Vögel sind da relativ einfache Zeitgenossen. Die sind einfach, weil immer welche irgendwo in der Nähe sind. Und man findet  viel über sie im Internet, in Bestimmungsapps- und -büchern.

Außer Geduld, Tablet/Smartphone und App oder Bestimmungsbüchern braucht das Kind ein Fernglas.

Waschechte Ornithologen suchen sich Beobachtungsplätze. Das erfordert ein bisschen Wissen über die Vögel, die man beobachten möchte. Bei Wasservögeln wäre ein Gewässer in der Nähe gut an dem das Kind gefahrlos vom Uferweg gucken kann. Hat man einen guten Beobachtungsplatz gefunden, verhält man sich ruhig. Also, sich nicht ruckartig oder aufscheuchend bewegen sondern langsam und ruhig. Das tun Ornithologen oft stundenlang. Und dabei zählen sie oft Vögel:

  • Wie viele Kraniche stehen im Moor?
  • Wie viele Graugänse äsen auf der Pferdeweide?
  • Wie viele Rotkehlchen sangen um 5 Uhr morgens?
  • Welche Arten sind heute da (Datum, Zeitraum des Beobachtens) und
  • wie viele welcher Art…

Um das alles schnell zu erfassen, müssen sie die Vögel richtig gut er-kennen.

Für diese Tätigkeiten stehen Ornithologen oft früh auf. Je nach Jahreszeit mal früher, mal später. Im Sommer bedeutet das: Um drei Uhr morgens mit ein, zwei Kannen heißen Tee und Butterbroten, warmer Jacke, Fernglas und Erfassungsblock, Stiften zu den Beobachtungsplätzen fahren. Die Arbeit beginnt sobald der Morgen graut. So krass muss es dein Kind nicht treiben. Aber falls es nach den echten Arbeitszeiten in Punkto Wasser- und Singvögel beobachten fragen sollte, weißt du Bescheid!

Falls dein Kind Vögel näher kennenlernen möchte, wäre ein Packerl mit Fernglas, Bestimmungsbücher(n), Thermoskanne, Brotdose, Blankoheft für Eintragungen ein zünftiges „Ornithologen-Geschenk“. Zu Ostern, Weihnachten oder zum Geburtstag oder so 🙂