Über die Schulgarten-AG der Grundschule Dissen, die mit dem Regionalen Umweltzentrum Noller Schlucht bei Osnabrück kooperiert, berichtete ich im Mai. Es gibt noch einen nicht zu verachtenden Aspekt bei diesem Projekt:

Eine solche Kooperation, die Kinder zum freiwilligen Gärtnern sowohl im kleinen Schulbeet als auch auf einer deutlich größeren Ackerparzelle freudig werkeln lässt, bietet noch weit mehr Nutzen als beschrieben. Sie bringt Lehrende und Kinder in Bewegung, in die Natur und damit an die frische Luft. Obendrein bietet die Garten-AG jede Menge Stoff für eine wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit und natürlich für die Gesundheit.

Nutzen für die Schule

Jede Schule befindet sich in einem steten Bewerbungsprozess um neue Schüler und jede setzt ihre Schwerpunkte. Mittlerweile gibt es aber so viele verschiedene Siegel, ob Umwelt- oder Nachhaltigkeitsschule, das kaum noch ein normaler Mensch durchblickt. Gerade in der Provinz können Schulen daher mit speziellen Ideen und Kooperationen punkten. Bei der Idee mit der Gartenkooperative steckt ein ökologischer Schwerpunkt dahinter. Er wird die Eltern anziehen, die sich mit der Klimaerwärmung auseinandersetzen und mit bewährten, natürlichen Mitteln gegen Starkregenereignisse und damit Hochwässer umgehen wollen. Alles beruht auf dem Wissen um ökologische Kreisläufe. Dieses Wissen ist zwar vielfach vorhanden, wird allerdings leider kaum umgesetzt. Kinder erfassen diese Kreisläufe intuitiv beim Handeln. Sie lernen sie während des Gartelns kennen und können Ereignisse aufgrund des wärmer werdenden Klimas leichter begreifen.

Sportlich und Gesund

Bei der Gartenarbeit muss man sich bewegen: ob mal hockend, mal knieend, mal stehend mit Armen und Spaten buddelnd oder kräftig Rüben aus dem Boden ziehend. Gartenarbeit erfordert und schafft feste Muskeln, bringt die Lymphe und den Kreislauf auf Trab. Sehr gesund für kleine und große Leute!
Und wer ein Beet ergattert, darin säen und später ernten darf, der erlebt auch, wie aktiv Menschen werden können: Schnell mal eben eine Minzblüte verknuspern oder ein paar Tomaten ernten, einige Thymianblätter abzupfen und den Köchen bringen oder Löwenzahnblüten lose über das Butterbrot streuen. Ja, solche selbst gehegten und geernteten Kräuter und Gemüse werden selbstverständlich von Kindern gegessen. Zu groß ist die Neugier auf die eigenen Gartenprodukte und zu stolz darüber, dass aus der Saat tatsächlich etwas Essbares geworden ist. Nebenbei trainieren die Kinder ihr Selbstbewusstsein und sich selbst auf leichte Weise zu behaupten. Und das alles nur mit verhältnismäßig wenig Aufwand.

Es ist gut und sinnvoll, wenn Kinder mit Pflanzen aufwachsen. Erfahren, dass sie umsorgt werden wollen, soll die Ernte gut ausfallen und man selbst etwas Leckeres zwischen die Zähne bekommt. Denn mit Gärten und garteln beginnt die Liebe zur Natur oft.

Spiel „Nasenklemme“: Etwas probieren ohne riechen zu können, wie es schmeckt? Und dann die Wäscheklammer absetzen und sofort das gleiche Gemüse noch mal probieren. Wie schmeckt es dann?