Im Mittelalter soll es in Klöstern und Häusern wohlhabender Kaufleute zum Reinigen verwendet worden sein. In der Antike brachten die Römer das Glaskraut nach Mitteleuropa. Sehr unscheinbar dunkelgrün, aufrecht, mit kleinen grünen Blüten wächst das Glaskraut oft im Schatten. Mit den passenden Zutaten ist es durchaus fähig Dinge zu säubern:

Nutzpflanze Glaskraut

In früheren Zeiten wurde Glaskraut als Putzmittel für Geschirr und Besteck verwendet. Vor allem Zinn- und Silbergefäße, in denen fettreiche Nahrungsmittel, wie Öl und Schmalz, gereicht wurden.

Die Blätter des Aufrechten Glaskrauts werden grob gehackt und in einem Gefäß mit kaltem Wasser aufgegossen. Darin ziehen sie etwa einen Tag lang. Der Auszug ist das Putzmittel

Ich habe es einmal ausprobiert und das Mittel in einer Flasche angesetzt. Es funktioniert durchaus… Falls dieses Rezept nicht klappt, gibt es noch eine Möglichkeit. Zuerst braucht man allerdings ein Feuer, um Birkenasche zu bekommen. Dabei sollte die Asche keine spitzen Hölzer enthalten, sonst bekommen die zu putzenden Gegenstände Kratzer!

Die Blätter des Glaskrauts etwas knäulen, in kalte und etwas angefeuchtete Birkenasche tauchen und damit Fenster putzen. Mit klarem, kaltem Wasser abwaschen und das Wasser abziehen.
Das klappt sehr gut!

Die Holzasche mit dem restlichen Glaskraut kann in die Biotonne entsorgt werden. Falls Sie einen (Topf-) Garten haben, freuen sich die Pflanzen über die vielen Spurenelemente, Magnesium und Kalium dieses besonderen Düngers!

Unscheinbares Heilkraut
In klösterlichen Hospitälern des Mittelalters wurden Verbrennungen mit dem frischen Saft des Glaskrauts behandelt. Da es zu den Brennnesselgewächsen gehört, besitzt es auch deren Eigenschaften. Die Blätter wirken getrocknet als Tee gegen Blasenentzündung. Eine Tinktur aus ihnen wirkt bei Sonnenbrand. Die Römer sollen Kohlestückchen aus verbranntem Glaskraut zum Weißen ihrer Zähne verwendet haben.

 

Botanik

Das Glaskraut (Parietaria officinalis) ist in Europa im Mittelmeerraum heimisch und wurde, vermutlich, mit den Römern nach Mitteleuropa getragen. Es gehört zur Familie der Brennnesselgewächse und neigt zum Wuchern. Allerdings ist das Glaskraut nicht mit Brennhaaren bewaffnet. Seine Blätter weisen einen glatten, leicht gezackten Rand auf und stehen wechselständig am flaumig behaarten Stängel. Die grünlichen Blüten blühen zwischen Juni und Ende September. Die Nüsse sind klein und lackschwarz.