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Herbstsalate vom Balkon

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist es klimafreundlich und ökologisch, Gemüse und Obst auf dem Balkon zu ziehen. Man spart viele Wege – sich selbst natürlich, aber auch den Pflanzen, die man sonst kaufen müsste.

Sparsam, günstig & bequem

Sparsam gilt in mehrfacher Hinsicht: in Samentüten befinden sich oft mehrere Samen für teils sehr viele Pflanzen. Wenn ich mir Samentüten für Feldsalat angucke, da reichen zehn Gramm für etwa hundert Rapunzeln. Die Kosten dafür liegen bei ungefähr drei Euro pro Tütchen. Und Feldsalat wächst ziemlich schnell. Zusammen mit zum Beispiel Asiasalat, Rucola, Barbarakraut oder Blattsenf gepflanzt, kommt Abwechslung ins Spiel. Viele Samen pro Tütchen, bedeutet wenig Verpackung für deutlich mehr Salat, als wir im/auf dem Markt bekommen. Wer Salate von außen nach innen oder etwa fünf Zentimeter über dem Boden abschneidet, freut sich zudem über weiteres Wachstum und braucht nicht ständig neu zu säen. Und falls doch Lücken entstehen, passt das ein oder andere Radieschen mit hinein. Je nach Sorte schmecken deren Blätter übrigens auch würzig.

Wenn viel Schmackhaftes auf dem Balkon wächst, haben wir weniger aus dem Supermarkt zu transportieren, verwenden weniger Verpacktes und geben letztlich auch weniger Geld aus. Und wir verschwenden weniger Wasser, denn die Salate, die wir zumindest in Supermärkten bekommen, stammen meist aus heißen Regionen. Eigentlich dürften in Andalusien, Sizilien und Kalabrien keine Paprika, Tomaten und andere durstige Gemüse angepflanzt werden. Aber in der dortigen Wärme wachsen sie gut, leider oft in Treibhäusern, damit Europas Versorgung gesichert ist. Das kostet wiederum noch mehr Wasser, denn Hitze sorgt auch bei Gemüse für Durst.

Teuer ist nur die Grundausstattung

Wer noch keine Balkonkästen, Blumenerde, Blähton, Gießkanne und Saat hat, muss erst einkaufen. Auch hier lässt sich sparen. Ich mache mit Klappkisten und Balkonkästen mit Wasserreservoir gute Erfahrungen. Ausgestattet mit Zeitungspapier, Drainage, Erde und Kaffeesatz und eng an die Hauswand gestellt, wärmt die innenliegende Heizung im Winter den Salat ein bisschen mit.

Mischkultur?

Vielleicht braucht ihr noch ein, zwei Bücher oder passende Blogs, um euch aufzuschlauen, welche Mischkultur am besten für welchen Standort geeignet ist. Ich habe zum Beispiel einen schattigen Nordost-Balkon, da wächst nicht alles, was ich gerne hätte. Aber es kommen deutlich mehr Gemüse mit dieser Bedingung klar als ich dachte. Und manchmal siedeln sich Pflanzen von selbst an.

Autor:

Mein Name ist Silke Bicker. Als Referentin für Umweltkommunikation schreibe ich Bücher zu Naturerlebnispädagogik. Und berate Laien und Fachkräfte zu Öffentlichkeitsarbeit. Workshops führe ich so durch, dass die Teilnehmenden sich trauen möglichst viel Inhalte später selbst umzusetzen. In diesem Blog treiben Berichte, Entspannendes, Rezepte und Amüsantes rund um das Grün aus.